PERLFEH
Gewichtsentwicklung
Inhalt folgt.
Historische Beschreibungen
Will, 1931
Will, A. (1931). Die Kaninchenzucht der Gegenwart. Mit einem Anhange: Krankheiten des Kaninchens von Dr. Walter Kerschagl, Wien. F. C. Mayer, München. (Der Deutsche Pelztierzüchter.)
5. Das Augsburger Fehkaninchen
Der Herauszüchter des Augsburger Fehkaninchens ist der Züchter Deininger, Augsburg. Diesem gelang es in den Jahren 1914—1922 seine Rasse zu schaffen. Den Grundstock zu dieser Züchtung bildete das Havannakaninchen. In einem solchen Wurfe fanden sich neben braunen Jungtieren auch mausgraue Exemplare. Da die beiden Elterntiere während der Haarung gepaart worden waren, dominierte die blaugraue Unterfarbe des Havannafelles über die kastanienbraune Deckfarbe und trat in der Färbung der Jungtiere äußerlich in Erscheinung. Diese mausgrauen Ausfallstiere wurden auf Havannakaninchen zurückgepaart und lieferten einesteils braune, andernteils graue Nachzucht, während die Geschwisterpaarung stets nur graue bzw. braune Tiere brachte. Der Versuch, durch die Einführung Blauen Wiener-Blutes die Farbe zu verbessern, muß als mißglückt angesehen werden. Um den auf dießem Wege entstandenen Tieren die charakteristische Perlung des Sibirischen Eichhörnchens anzuzüchten, wurde eine eisengraue Häsin mit einem Fehkaninchenrammler gepaart. Die eingetretene Spaltung brachte neben ...
6. Das Düsseldorfer Perlfehkaninchen
Im Zeitraum von zwei Jahren schuf Hofmanns, Düsseldorf, das Düsseldorfer Perlfehkaninchen aus einer Paarung von dunkelgrauen, in der Entwicklung zurückgebliebenen Belgischen Riesen mit dichtem, kurzem und weichem Fell und einem blaugrauen Rammler. Die Körperform dieser kleinen Kaninchenrasse ist leicht gedrungen, das Durchsschnittsgewicht beträgt 5 bis 6 Pfund.
Die Farbe des Felles ist hellgraublau. Drei verschiedene Farbenschläge, hell, mittel, dunkel, sind zulässig und als gleichwertig zu erachten. Die Unterfarbe des Felles ist bläulich Brust und Bauch zeigen eine hellereAbstufung, Tiere mit weißem Bauch sind nicht wertlos. Die Perlung entsteht durch die gleichmäßige Verteilung der farbigen Haare, ...
Joppich, 1942
Joppich, F. (1942). Kaninchenrassen, Bewertungsbestimmungen, Zuchtwinke. In: Filler, J. (Hrsg.). Unsere Kaninchen. Großes Handbuch der deutschen Kaninchenzucht. Auf Veranlassung der Rfg. Kaninchenzüchter e. V. im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter e. V. unter Mitwirkung führender Persönlichkeiten der deutschen Kaninchenzucht und ihrer Organisationen. Fritz Pfenningstorff, Berlin. 92-225.
Das Perlfeh (P. F.)
Bei keiner anderen Kaninchenrasse kennen wir soviel Abarten, wie bei den Fehkaninchen, von denen jedoch bei Aufstellung der gegenwärtigen Bewertungsbestimmungen einige Arten als selbständige Rassen ausgeschieden oder zu anderen Stammverwandten Rassen zusammengelegt wurden. Zusammengelegt wurden bei den kleinrassigen Fehkaninchen die beiden Gattungen der "Düsseldorfer Perlfeh" und der "Augsburger Feh", die bis dahin jede für sich als eigene Rasse aufgeführt und auf den Schauen bewertet wurden. Daneben kannte man noch das Großfeh, das bei den Wienern Aufnahme gefunden hat, sowie das Riesenfeh, das unter die Riesenkaninchen eingereiht worden ist, da es seiner ganzen Beschaffenheit wegen dort am besten zugeteilt werden konnte. Für die heute als Perlfeh geführten Feharten gilt folgendes:
Herkunft
Das Düsseldorfer Perlfeh, nach seinem Herauszüchter, Karl Hoffmanns, Düsseldorf, benannt, ist einige Jahre nach dem Marburger Feh erstanden und sollte in der Farbe die charakteristische Eigenschaft des sibirischen Feh-Eichhörnchens, die dem Marburger Feh noch fehlte, ergänzen. Der Hauptwert der Farbe wurde also auf die Perlung der Decke gelegt, die zum Teil in ähnlicher Art wie beim sibirischen Feh, wenn auch farblich noch etwas abweichend, erreicht wurde. Man hat es hier mit einem blauwildfarbigen bzw. fehwildfarbigen Tier zu tun, das eine blaugraue Deckfarbe zeigt, auf der noch Anzeichen der Wildfarbe durch die weißlich grau und dunkel gespitzten Deckhaare und die bräunlich-rote Zwischenfarbe vorhanden sind. Je nach dem Vorhandensein von etwas mehr brauner Zwischenfarbe und dunkler Pigmentierung der Decke herrscht die Blauwildfarbigkeit vor oder weicht beim Fehlen dieser Merkmale der Fehwildfarbe. Äußerlich ist nicht feststellbar, welcher Art das Tier angehört, da keine so großen farblichen Unterschiede vorhanden sind, die einwandfrei darauf hinweisen. Erst durch die Zucht ist der Nachweis der farblichen Zugehörigkeit feststellbar. Wir haben jedoch noch mehr perlfehartige Kaninchen, die alle auf dieselbe Farbe hinauslaufen. Es sind dies das "Schweizer Feh", das "Gris Perle de Hal" und das "Petit Gris", letztere beiden in Frankreich gezüchtet, die unabhängig vom Deutschen Perlfeh erstanden sind.
Dann ist aber selbst in Deutschland neben dem "Düsseldorfer Perlfeh" noch eine ähnliche Fehart herausgekommen im "Augsburger Fehkaninchen", dessen Herauszüchter Deininger, Augsburg, ist.
Auch diese Züchtung geht auf die Jahre kurz nach dem Weltkrieg zurück. Auch an anderer Stelle des Reiches wurde ein weiteres kleinrassiges Perlfeh-Kaninchen herausgebracht von Röhmeier in Pinneberg, der die Züchtung auf einer Preisrichtertagung in Hamburg zeigte, um feststellen zu lassen, ob sich die Weiterzucht dieser Farbe lohnt und gleichzeitig der Züchtung einen passenden Namen geben zu lassen. In der Färbung war es ein ausgesprochen blaugraues Kaninchen, das mit dem von Hoffmanns-Düsseldorf herausgebrachten Tier vollständig übereinstimmte. Es wurde also kurzweg als Perlfeh benannt, ohne weitere Namenszusetzung. Verbreitung hat es jedoch nie angenommen.
Das Augsburger Feh zeigt in der Farbe einige Unterschiede von dem Düsseldorfer Perlfeh. Hier haben noch Reste der braunen Havannafarbe standgehalten, da die Deckfarbe weniger geperlt ist, dafür mehr Fehfarbe mit einem rotbraunen Einschlag aufweist. Immerhin sollte auch das Augsburger Feh das Perlfeh imitieren. Es lag deshalb nichts näher, als bei der Neuaufstellung der Reichsbewertungsbestimmungen beide Feharten, da sie recht wenig vertreten waren und dasselbe Ziel der Imitation des sibirischen Fehs hatten, zusammen zu legen. Heute kennen wir also nur noch eine Rasse mit der Bezeichnung "Perlfeh".
Rassebeschreibung
Es ist ein kleinrassiges Kaninchen, in der Form und Gestalt, sowie in der Größe genau mit dem Marburger Feh übereinstimmend.
Die Farbe weicht indessen davon ab und zeigt eine blaugraue Deckfarbe, die in Abtönungen von hell bis dunkelschattiert zugelassen ist. Weißlichgraue Deckhaare mit scharf abgesetzter Haarspitze ergeben die Perlung, die gleichmäßig über den Oberkörper verteilt sein soll und klar hervortreten muß. Je schärfer die Perlung, um so besser. Im Genick finden wir einen kleinen braunroten Keil vor. Augenringe, Kinnbackeneinfassung, Brust und Läufe sind etwas heller in der Gesamtfärbung. Die Bauchdeckfarbe ist bei dem hellen Farbenschlag weiß, bei den mittelfarbigen und dunklen Tieren blaugrau. Die Unterfarbe muß bei allen blaugrau sein. Zwischen der Unterfarbe und den Deckhaarspitzen liegt ein schmaler braunroter Streifen, der leicht durchscheint. Die Augenfarbe ist blaugrau, die Krallenfarbe dunkel, desgleichen die Spürhaare.
Die Zucht bereitet keine Schwierigkeiten, da die Blauwildfarbe, aber ebenso die Fehwildfarbe, bei planmäßiger Züchtung rein weiter vererben. Sie sind auch weniger äußeren Einflüssen (Rost) unterworfen als andere zarte Farben.
In der Größe kommen die Perlfeh als Tiere der kleinen Rassen mit den Marburger Feh überein. Sie dürfen keineswegs etwa stark über den Rahmen einer kleinen Rasse hinaus gehen, da sie sonst zu nahe an die farbverwandten blaugrauen Wienerkaninchen herankommen. Bei dem festgelegten Normalgewicht von 2,500 kg läßt sich der gewünschte kleinrassige Typ vollkommen erhalten. Als Mindestgewicht sind 2,000 kg für die Bewertung auf den Schauen festgelegt.
